Laotse

Laotse soll im 6. Jh. v. Chr. gelebt haben, geboren in der Präfektur Kǔ im heutigen Henan in China. Er arbeitetet als Archivar in einer Bibliothek. Der chinesischen Legende nach soll sein großes Werk, das  Tao Te King auch Daodejing, als Gründungsschrift des Taoismus gelten. Die Entstehungsgeschichte ist ungewiss und Gegenstand sinologischer Forschung. Gemäß der Übersetzungen bedeutet Tao 道 »Weg, Fluss, Prinzip und Sinn« und Te 德 »Tugend, Güte, Integrität und innere Stärke, Charakterstärke«, Jing 經 / 经 bezeichnet ein »kanonisches Werk, einen Leitfaden oder eine klassische Textsammlung«. Aufgrund zahlreicher Nachforschungen gehen die meisten Sinologen davon aus, dass die taoistische Lehre über einen mehrere Jahrhunderte dauernden Entwicklungsprozess heranreifte.

Der Weg
Der Taoismus ist die Lehre des Weges. Seine Philosophie geht von einer ganz einfachen und natürlichen Weltanschauung aus. Die alten weisen Schriften beinhalten unter anderem eine humanistische Staatslehre, die die Befreiung von Gewalt und Armut und die dauerhafte Etablierung eines harmonischen Zusammenlebens und letztlich den Weltfrieden zum Ziele hat.

Es hat viele Gemeinsamkeiten mit der Hermetischen Lehre. Die Hermetik war eine uralte Geheimlehre, welche auf Hermes Trismegistos zurückgeht. Sie hat heute noch Gültigkeit und wurde durch Gesetze der Physik bestätigt.

Das wunderbare an der Weltanschauung des TAO ist, dass sie eine sehr einfache Lebensphilosophie vermittelt. Ich bin bisher keiner praktikableren Lebensphilosophie begegnet, die selbst für ein Kind ab 6 Jahren leicht verständlich erlernbar und im zukünftigen Leben von Nutzen sein kann.

Konfuzius

Man erzählte, dass Konfuzius, der „Edle“, Laotse einen Besuch abstattete und ihn in Fragen der Staatsführung um Rat bat. Zurzeit politischer Unruhen, versuchte Konfuzius die stabile Ordnung in seiner Region, durch strenge Einhaltung und Ausführung der Riten und Zeremonien zu bewahren. Er forderte und bestand auf strikte Wahrung der Förmlickeiten, angefangen beim bescheidensten und ungebildetsten Mitglied der Familie bis zum höchsten Erbadeligen und Gelehrten im Staat.

»Wer andere beherrscht ist vielleicht mächtig
aber wer sich selbst beherrscht ist noch viel mächtiger«

Laotse empfahl Konfuzius die Rückkehr zum einfachen Leben und die Aufgabe von Pomp und Ritual aufzugeben. Ob Konfuzius diesen Rat beherzigte wissen wir nicht, er ließ jedenfalls einen deutlichen Beweis seiner Größe zurück, indem er Laotse mit dem Drachen verglich, jenem uralten und universalen Symbol - der Meister des Lebens.

drache

Laotse mit Kranichen

Laozi – „Alter Meister“  Chinesischer Philosoph, im 6. Jahrhundert v. Chr.

Laotse reitend auf Ochse

Die

Laotse stehend

Lehre

Laotse stehend

des

Laotse reitend auf Tiger

Weges

Einem sehr poetischen, wenn auch etwas schwärmerischen Bericht von Sima Qian entsprechend, soll Konfuzius gesagt haben: Ich weiß, warum Vögel fliegen können, warum Fische schwimmen können, und warum die Tiere laufen können. Die Läufer können in der Schlinge gefangen werden, die Schwimmer an der Angel und die, die fliegen können, können mit dem Bogen geschossen werden. Aber es gibt auch den Drachen; ich kann nicht sagen wie er auf dem Wind, durch die Wolken emporsteigt und sich in den Himmel erhebt. Heute habe ich den Drachen gesehen.

Chaos und Verfall

Konfuzius kam zu Laotse als geringerer zu einem größeren Meister. Die Geschichte erzählt, dass Konfuzius entmutigt zu seinen Jüngern zurückkehrte. Man sollte sich darüber nicht allzu sehr wundern denn die Ansichten und Methoden dieser beiden großen Männer, die sozialen und politischen Unruhen jener Zeit zu beheben, waren komplett Gegensätzlich.

Es ranken sich viele Geschichten um Laotse. Chaos und Verfall des damaligen Reiches ahnend, soll er die Präfektur und das Land verlassen haben. Eine alte Überlieferung erzählt, dass Laotse im hohen Alter seine Heimat China verlassen wollte. Reitend auf einem Ochsen erreichte er in Begleitung eines Jungen die Grenze in den Westen. Der Zöllner fragte ihn ob er einen Besitz zu verzollen habe. Laotse aber war arm und der Junge sagte zum Zollwächter: „Laotse besitzt die Weisheit.“ Der Zöllner bat Laotse höflich ihm diese doch aufzuschreiben. Laotse konnte also das Land seiner Geburt erst dann verlassen, nachdem er sein Wissen in 81 Sprüchen im Tao Te King aufgeschrieben und hinterlassen hatte.

Laotse hatte für irgendein unklares Verträumen des Lebens nichts übrig. Als Genius versuchte er stets das Komplexe an den Dingen herauszufinden. Er versuchte die Menschen für den klaren spirituellen Realismus und einer verantwortungsvollen und gesunden Lebensführung zu begeistern. Entsprechend finden wir in seinen Sprüchen auch die offensichtlichen Paradoxa, aus deren philosophischen Tiefen schillernde Funken von Humor entspringen.

Tao Te King

Wahre Worte sind nicht schön. Schöne Worte sind nicht wahr. Gute Worte überzeugen nicht. Überzeugende Worte sind nicht gut. Die Weisen sind nicht gelehrt. Die Gelehrten sind nicht weise. Der Weise sammelt keinen Besitz. Je mehr er für andere tut, umso mehr tut er für sich. Je mehr er den anderen gibt, umso mehr erhält er.

Das Tao des Himmels zu fördern, ohne zu schaden.

Das Tao des Weisen zu wirken, ohne zu streiten.


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